Eröffnung am Freitag, den 8. Mai 2026 um 19 Uhr in der Galerie im Tulla.
Susanne Fröhlich begrüßt, Jonathan Heger führt in die Arbeiten ein.
Die Künstlerin ist anwesend.
Unsere Tulla-Musiker umrahmen die Eröffnung musikalisch.
"Mein künstlerisches Denken begann mit dieser Frage in meiner Kindheit. Dies ist keine philosophische Frage, sondern eine Frage von Emotionen, Gefühlen. Warum leben die Menschen? Wofür leben Menschen? Von diesem Zeitpunkt an habe ich mir ein starkes Interesse an meinen eigenen Gefühlen und an denen anderer Menschen bewahrt. Was bedeutet es, bewegt zu sein?
Ich begann meine künstlerische Laufbahn mit Druckgrafik, es folgten Schachtelobjekte mit Fotografien, später Ölpastellbilder auf Japanpapier sowie Acrylbilder auf Leinwand. Meine Kunstwerke sind ein Prozess, bei dem ich dem Formlosen, also den Emotionen oder Gefühlen, eine Form gebe, und die Form gibt die Farbe. Die Gefühle und Emotionen sind nicht mit mir identisch, sondern stellen das dar, was zwischen mir und den Gefühlen und Emotionen liegt.
Figur mit rundem Kopf: Das Bild der rundköpfigen Figur ist eine universelle menschliche Figur, die das Individuum umfasst. Wenn ich Pflanzen male, identifiziere ich sie weitgehend mit Menschen. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen mir und einem Gegenüber, zwischen Tieren und Pflanzen, zwischen unterschiedlichen Kulturen führen zu der Frage: Warum leben wir? – und weiter zu der Frage: Warum sind wir lebendig?
Der Hintergrund meiner Bilder ist die japanische Kultur, Tradition und Kunstgeschichte. Menschen leben in einem bestimmten Umfeld, und wann und wo ich geboren wurde, kann ich nicht ändern. Aber was ich sehe und höre, kann ich ändern.
Als ich nach Deutschland zog, interessierte ich mich sehr für die kulturellen Unterschiede, die tief in den Menschen verwurzelt sind. Andere Kulturen als meine eigene aus nächster Nähe zu sehen und zu erleben, hat meine Bilder verändert. Seit ich in Deutschland lebe, habe ich ein starkes Interesse an den verschiedenen Kulturen, die ich kennen gelernt habe, und ein großes Interesse an den Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Deutschland und Japan sowie an vielen anderen kulturellen Unterschieden entwickelt.
Das Leben als Einwanderer hat mir eine völlig andere Perspektive auf mein bisheriges Leben gegeben. Vereinigungen und Gruppen sind nicht so sehr meine Sache. Ich suche auf meine Weise nach einem Platz in der Gesellschaft ... Ich lebe weiter mit dem Widerspruch, wie er ist. In meinen Kunstwerken bleibt die Frage weiterhin eine Frage, und das Gefühl existiert als Gefühl."
Nobuko Watabiki




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