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HIER IST AUCH SCHÖN!

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu unserer nächsten Eröffnung am 16.1.2026 um 19 Uhr in der Galerie im Tulla.

Es sprechen Dorothea Fogt (Begrüßung) und Johannes Immel (Einführung). Die Eröffnung wird umrahmt von einer unserer musikalischen Formationen.

Ausstellungsende: 25.3.2026


10 Mannheimer Künstler zeigen im 30. Galeriejahr einen kleinen Ausschnitt ihrer Arbeit. Zur ersten Jubiläumsausstellung der Galerie im Tulla richtet sich der Blick auf künstlerische Positionen aus Mannheim, die das lokale, aber auch das überregionale Kunstgeschehen prägen. Die Ausstellung vereint Arbeiten von Matthis Bacht, Rebekka Brunke, Katinka Eichhorn, Eva Genthner, Myriam Holme, Valentina Jaffee, Skafte Kuhn, Maximilian Martinez, Andrea Ostermeyer und Eva Weinkoetz. 

 

Matthis Bacht ::: Seine Arbeit zeigt eine Verwandtschaft zu konzeptionellen Fragestellungen und konstruktivistischen Einstellungen – in den Medien der Installation, des Objekts, in Textil und auch der Malerei werden der Kunst eigene Felder kritisch identifiziert und bearbeitet wie etwa die Grenzen zwischen Medien, die ästhetisch-poetische Positionierung, die Rolle der Architektur oder auch der Ortsbezug in der Kunst.

Rebekka Brunke :::  Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist die Collage, in der aus Fragmenten neue Bildwelten entstehen und Fragen nach Ursprung und Kontext der Bilder sichtbar werden. Durch das Nebeneinander von Ausschnitten und Leerstellen legt sie den konstruktiven Charakter des Abbilds offen und betont die Verflechtung seiner Bedeutungen. Die ausgestellten Werkgruppen – die Fine Art Prints der Editionen Collage #4 und #7 sowie die Kohlezeichnung Kosmos – loten das Spannungsfeld zwischen Abbild und Abstraktion aus.

Katinka Eichhorn ::: Ihre Arbeit bewegt sich an den Schnittstellen von Zeichnung und Objekt, wobei Zeichnung als Form der Erinnerung, Vermessung und Beobachtung dient. Aus diesen Reflexionen entstehen textile Objekte und scherenschnittartige Papierarbeiten, in denen Saum, Linie und Form zu Spuren einer suchenden, noch nicht festgelegten Bildsprache werden. Fragmentierung, das Spiel von Linie und Fläche sowie die Untersuchung von Zwischenräumen verbinden ihre formalen Strategien mit einer poetischen, offenen Bildlogik.

Eva Gentner ::: "[…]; this bird now chanced to intercept its broad fluttering wing between the hammer and the wood; and simultaneously feeling that etherial thrill, the submerged savage beneath, in his death-grasp, kept his hammer frozen there, and so the bird of heaven, with archangelic shrieks, and his imperial beak thrust upwards, and his whole captive form folded in the flag of Ahab, went down with his ship, which, like Satan, would not sink to hell till she had dragged a living part of heaven along with her, and helmeted herself with it.“ (aus Herman Melville's Moby-Dick). Eva Genthner thematisiert den Wandel unserer Wahrnehmungsschichten. Sie reflektiert damit unsere Beziehung zu Raum, Zeit und Veränderung.

Myriam Holme ::: poetryoftheweek basiert auf seit Jahren gesammelten Überschriften aus der Wochenzeitung DIE ZEIT, die aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst als poetische Fragmente gelesen und unverändert bewahrt werden. In einem offenen, tagebuchartigen Arbeitsprozess verbindet Holme diese Titel mit Materialresten aus ihrem Atelier und schafft Arbeiten von großer Leichtigkeit, die gesellschaftliche Stimmungen spiegeln und zugleich ihre persönliche, reflektierte Handschrift zeigen.

Valentina Jaffé ::: In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie die Materialität von Malerei, Keramik und Collage, um flüchtige Naturphänomene in räumliche, serielle Anordnungen zu übersetzen. Die Collage dient ihr dabei als offenes Prinzip, das Übergänge zwischen Bild, Objekt und Raum ermöglicht und Beziehungen zwischen einzelnen Werkstücken erzeugt. Durch ortsspezifische Setzungen und performative Elemente entsteht ein Erfahrungsraum, in dem Innen und Außen, Körper, Material und Wahrnehmung miteinander verschmelzen.

Skafte Kuhn ::: Er arbeitet im Dazwischen von Oberfläche und Raum, zwischen Haut, Stoff, Bildträger und Objekt. Seine Installationen, Zeichnungen und Environments verschieben Grenzen, lassen Motive wandern und stellen Vorder- und Hintergrund, Realität und Darstellung auf eine Ebene. Dabei interessiert ihn weniger die Auflösung des Bildes als vielmehr der Ort dazwischen – jenes fragile Feld aus Präsenz und Abwesenheit, Fleisch und Membran, Sein und Schein. Kuhns Werk wird so zu einer Suche nach dem kaum Fassbaren: dem Zwischenraum, in dem Bedeutung entsteht.

Maximilian Martinez :::  Er lebt und arbeitet in Mannheim; er studierte an der Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und schloss dort als Meisterschüler ab. In seinen Arbeiten verschmelzen organische und synthetische Farben zu atmosphärischen, pastellfarbenen Bildräumen, in denen Gegenstand, Figuration und Abstraktion subtil ineinandergreifen. Seine Werke deuten Formen und Figuren nur zart an und eröffnen so Raum für Assoziation, Erinnerung und Reflexion. Martinez’ Kunst verhandelt das Flüchtige und Unbestimmte — sie lädt ein, Wahrnehmung und Realität neu zu sehen.      

Andrea Ostermeyer ::: Ihre künstlerische Praxis versteht sie als „plastische Forschung“: Aus alltäglichen Materialien und Fundstücken entstehen skulpturale Arbeiten, bei denen Farbe, Oberfläche und Form bewusst eingesetzt werden, um vertraute Gegenstände in eine neue, fast meditative Bildsprache zu überführen. Ostermeyer schafft Werke, die zwischen Form und Nicht-Form schwanken und die Wahrnehmung schärfen — sie hinterfragen, was Materialität und Raum bedeuten und öffnen einen poetischen Raum zwischen Alltag und Kunst.

Eva Weinkoetz ::: Sie arbeitet an der Schnittstelle von Zeichnung und visueller Poesie, wobei feine Linien, Fragmente und Worte zarte, zugleich widerständige Bildräume erzeugen. Ihre Netzdarstellungen untersuchen die Spannung zwischen Sichtbarem und Leerstelle und fragen danach, was im Gewebe bleibt und was entgleitet. Durch farbige Schatten und fokussierte Hintergründe entstehen Bildräume, in denen Abwesenheit, Materialität und poetische Ambiguität miteinander verschmelzen.

 

Impressionen der Vernissage